Fachschaftsparty nächste Woche Donnerstag, 16. 5.!

Hey ho liebe Studis,

nächste Woche feiern wie eine fette fette Fachschaftsparty zusammen mit der Fachschaft Anglistik!! Nächste Woche Donnerstag, den 16. 5., in der feschen Eule auf der Königsstraße, ab 22 Uhr, bis 0 Uhr ist Happy Hour. An der AK kostet das ganze 4 Ocken, bei uns (Fachschaftsraum, R 301 am Domplatz 6 neben der Post) oder der FS Anglistik im VVK nur 3 Ocken.

Wir freuen uns darauf, mit euch zu tanzen!

Partyflyer für die Fachschaftsparty mit Anglistik in der Eule am 11. 05. 13!
Partyflyer für die Fachschaftsparty mit Anglistik in der Eule am 16. 05. 13!

Zum Flyer: Er ist absichtlich so simpel und unterscheidet sich von den übrigen, sich in allen möglichen Farben im Umlauf befindenden Flyern. Das hat folgenden Grund:

Hiermit möchte der FSR Philosophie seinen Protest gegen das Partymotto und vor allem gegen den ursprünglichen sexistischen Partyflyer ausdrücken. Unsere Fachschaft steht ein für eine Welt (und eine Party) ohne Sexismus, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art.
Nach Jahrzehnten des feministischen Kampfes um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frau ist ein solcher Partyflyer, auch wenn er im „Scherz“ entworfen sein mag, ein Zeichen für Rückschritt und gefährliche Gedankenlosigkeit, welche unreflektiert althergebrachte Muster der Geschlechterbeziehungen reproduziert und festigt.
Der auf dem Flyer verwendete Phallus ist DAS Symbol für die weibliche Unterdrückung durch die männliche, hegemoniale Macht und damit für uns nicht tragbar. Kein anderes Symbol drückt so deutlich die Dominanz des Mannes über die Frau aus, welche als den Phallus reflektierender Gegenpart dazu da ist, ihn in sich aufzunehmen und sich unterwerfen zu lassen.
Der Phallus steht für rein heterosexuelles Begehren, das nicht die Realität innerhalb der Studierendenschaft und der Gesellschaft abbildet. Der Phallus steht für eine Sexualität, die allein die männlichen Penetration des weiblichen Körpers bedeutet und all jenes Begehren, das nicht innerhalb der klassischen heterosexuellen Muster verläuft, zu verdrängen sucht.
Zudem wird im binären System Mann – Phallus – und Frau – den Phallus aufnehmend und seine Macht reflektierend – kein Platz für vom heteronormativen System abweichende Geschlechtsidentitäten gelassen. Wir begrüßen ausdrücklich auf unserer Party Personen jeglicher Geschlechtsidentität und Sexualität, ob bi, lesbisch, schwul, transgender, queer etc.

Dieser Partyflyer ist aufgrund einer Fehlkommunikation zustande gekommen, an der der FSR Philosophie sicherlich nicht unbeteiligt war. Wir bitten unsere Studierenden, dennoch zahlreich zur Party am Donnerstag zu erscheinen und mit uns für eine gleichberechtigte und freie Gesellschaft zu tanzen!

Auf eine Flut von unsachlichen Kommentaren (auf facebook) hin unsere erneute Stellungnahme (13. 05.):

Ihr Lieben,

wir, die Fachschaft Philosophie, verstehen uns als VertreterInnen der Interessen unserer Studierenden, und dabei werden wir zuweilen auch politisch aktiv. Ich will deswegen 1) hier nochmal möglichst sachlich erklären, warum wir so stark mit unserer öffentlichen Stellungnahme reagiert haben und 2) mich dann erklärend entschuldigen und hoffen, dass ihr uns zustimmen könnt.

1) Es ist eine Tatsache, dass das Symbol des Phallus – und dieses ist wohlgemerkt NICHT mit dem Organ zu verwechseln, das viele sich als Männer begreifende Menschen zwischen den Beinen haben (leider liegt diese Verwechslung vielen der uns auf sehr unsachliche Weise kritisierenden Facebookposts aus Missverständnissen oder mutwillig zugrunde) – in der langen Tradition der Debatten um Geschlechter-fairness, Sexismus, Gender(de-)konstruktion, Diskriminierung des „Anderen“ in Mitmenschen usw. die von uns beschriebene Bedeutung hatte und hat. Es geht dabei also um Symbolik, nicht um Penisse (Penii?) (biologisch annähernd beschreibbare Organe halt). Es geht um das, was man im gesellschaftlichen Diskurs seinen Mitmenschen mit seiner Symbolwahl- und Symbolbehandlungswahl mitteilt. Was man seinen Mitmenschen gegenüber kommuniziert.

Einer der vielen Standards in unserer Gesellschaft heutzutage ist die binäre, dichotome Aufteilung von Menschen in männlich und weiblich, with no room in between. (Wer mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren wird, wird gängigerweise als wehrloses Kleinkind umoperiert, um in eine der zwei Schubladen zu passen. Wer sich später, von der Gesellschaft, mit als eindeutig eingeschätzten Geschlechtsmerkmalen oder nicht, nicht mit der ihm vorgegebenen Schublade identifizieren kann, wird entweder zwangsassimiliert oder wegen seinen den Erwartungen nicht entsprechendem Verhalten, Aussehen, Vorlieben, etc. diskriminiert. Ausgegrenzt.)
Das tut weh. Solche Diskriminierung streckt sich leicht über alle möglichen Sphären der Lebenswelt aus und verletzt Menschen ungerechtfertigt.

Mit dem SYMBOL des Phallus meinen wir diese Einordnung, die nicht nur alle Menschen klar und deutlich in eine von zwei gesellschaftlichen Schubladen voller Zwänge (Erwartungen und konstruierter Realitäts- und Normalitätsbilder) steckt, sondern ihnen damit untrennbar verbunden normative Standards vorgibt, wie sie zu leben und lieben haben. Heterosexualität ist dabei vielfach immernoch das Normalmaß; und während Homosexualität in unserer Gesellschaftsschicht und unserem Alter relativ anerkannt sein mag, so liegt dem Konzept immernoch die Zwangstrennung in männlich und weiblich zugrunde, und sie ist somit immernoch eingebunden in konstruierte Zwänge, die anderen Menschen wehtun.

2) Zurück zum Anfang: Wir verstehen uns als Interessensvertretung all unserer Studierenden, welcher biologischen Konstitution, welcher Hautfarbe, welcher Vorlieben, welcher Identität etc. auch immer. Da der Phallus als traditionelles Symbol gerade auch heute noch für soviel Leid und Unterdrückung steht, lehnen wir das Motto ab. Wir vertreten auch das Recht aller Menschen, so zu leben, wie sie wollen, solange sie niemandem damit wehtun. Da mag der uninformierten Person das Motto noch so lustig und albern und ungefährlich erscheinen; solange es eine Minderheit aus guten Gründen verletzt, sind wir dagegen.

Da wir als PhilosophInnen durch unsere Studienthemen allerdings besonders für diese Thematik sensibilisiert sind, bestand in unserer Stellungnahme kein Vorwurf. Unsere Wortwahl war deswegen wahrscheinlich zu harsch und ungenau, wenn sich jemand persönlich angegriffen gefühlt hat. Das war nicht unsere Absicht. Dafür entschuldigen wir uns.
Wir sind uns sicher, dass solche Probleme in Zukunft ganz einfach und unkontrovers vermeidbar sind, wenn ein Partymotto/plakat wie sonst üblich ein, zwei Tage vor Druck kurz für alle beteiligten Fachschaftler zur Bewertung steht und dann danach entschieden wird. Aufgrund einer Fehlkommunikation hat das diesmal nicht funktioniert. Wenn einer unserer Partyreferenten tatsächlich das ok gegeben hat (da gibt es gerade irgendwie Kommunikationsprobleme), dann hatte die FS Anglistik natürlich das Recht, von unserer Zustimmung auszugehen. Unsere Stellungnahme hätte dann anders ausgesehen.

Hoffe, dass das alles erklärt und hopefully settlet (ansonsten Bühne frei für die trolls!),
with love to everyone, for a GORRAMN GOOD DAMN PARTY,
FSR Philosophie

P. S. Wer sich für die von uns genannten Themen interessiert, möge mehr recherchieren über die Unterscheidung in „gender“ (Geschlecht) und „sex“ (biologisches Geschlecht) und Dekonstruktionen dessen; queer theory.
P. S.(2) Ich bin allerdings keine Expertin auf den gerade genannten Gebieten; wenn jemand etwas sachlich kritisieren möchte, dann go on, gerne.

Liebstes, Eure Fachschaft Philosophie

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6 Kommentare zu „Fachschaftsparty nächste Woche Donnerstag, 16. 5.!“

  1. Guten Tag,

    mein Name ist Isgurd Sirgusson. Ich stamme aus Reykjavík, Als ehemaliger Mitarbeiter des isländischen Phallus-Museums bin ich äußerst bestürzt über Ihre Ansichten zum tiefgehenden Themengebiet „Phallus“. Die von Ihnen getätigten Äußerungen verletzen mich und das Erbe meines Volkes zutiefst.
    Ein befreundeter Professor der Phallologie zeigte sich ebenso erzürnt: „Ich bin erzürnt!“. Und weiter: „Der Phallus ist seit jeher ein klassisches FF-Bildnis: Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Ihn nun mit Sexismus in Verbindung zu bringen, zerstört die jahrelange Bemühungen unserer global aktiven Aufklärungsgruppe „Phallus Phighters“.“

    Ich bitte um ein offizielles Entschuldigungsschreiben Ihrer tiefsinnigen Fachschaft und verbleibe mit phreundlichen Grüßen

    Ihr Isgurd Sigursson

    PS: Wieso ist das Wort „Party“ mit einer Vagina hinterlegt? Das hätte es bei uns nicht gegeben!

  2. Liebes Fachschaftteam*in,

    ich bin eindeutig als blau-grün gepunktetes Honigkuchenpferd (noch ohne ICD-Eintrag) geboren, dabei aber biologisch leider ein männlicher Homo sapiens sapiens. Darf ich auch zur Party kommen?

    Merkt Ihr (noch) was?

    Lieb gemeinter Gruß,
    mit-den-Hufen-scharr

    1. Liebe/r mit-den-Hufen-scharr,
      bitte lies noch einmal die Teile über Identität und biologisches Geschlecht und informiere dich ggf. extern über die am Ende des Textes genannte Unterscheidung zwischen „sex“ und „gender“. Merkst du (auch) was? Danke!
      Liebste Grüße, dicke Katze

  3. Liebe dicke Katze,

    ich sehe, Ihr merkt wirklich nichts mehr. Das empfinden viele andere auch so!

    Will Euch dennoch lieb haben,
    Euer Honigkuchenpferd

    1. Liebes Honigkuchenpferd,
      wie wäre es, wenn du deine Meinung in Abgrenzung von obigem Protest argumentativ vertreten würdest, anstatt solch eine unkonstruktive Nachricht zu hinterlassen? Andere Menschen dissen, weil man sich cooler fühlt, ist immer einfach; sachlich und konstruktiv kritisieren können und tun hingegen leider nur wenige.
      Dein trauriger FSR Philosophie

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